»My nerveous energy is limited. And I use my nerveous energy on full force cause that’s how I like to work: completely, open, in a highly open, and collaborative and therefore quite dangerous way. I don’t want safety nets, I don’t want people to, you know, not let me really go as far as I can go.«

Charlotte Rampling - The Look

Director's Note

Es gibt viele starke Gründe, warum ich THE LOOK machen wollte, aber alle lassen sich in zwei Worten zusammenfassen: Charlotte Rampling. Wer ist diese Frau, die noch berühmter zu sein scheint für ihre persönliche Aura als für die Summe ihrer Filme und Fotos?

Für ihre eigene Generation stets stilbildend, ist sie auch für uns nachfolgende eine Ikone. Keine verkörpert sexuelle Selbstbestimmung lässiger als sie, vom Chelsea Girl im Swinging London der 60er Jahre bis zur reifen Frau von heute, deren intelligenter Sexappeal all die glattgesichtigen Models ins Kinderzimmer verweist. Im Ausloten menschlicher Abgründe scheut sie keinen Skandal und erfindet sich immer wieder neu. Sie küsst auf der Leinwand Paul Newman und Robert Mitchum, aber lässt sich nicht von Hollywood in die narzisstische Falle locken. Sie bleibt dem europäischen Kino treu, weil es ihr in ihren Rollen um psychologische Komplexität geht; darum, zu zerbrechen und vielleicht wieder aufzustehen. Sie ist Projektionsfläche, für Männer und Frauen gleichermaßen.

Der Grund dafür ist ihr atemberaubender „Look“.

Sein Geheimnis liegt in der Zweideutigkeit dieses Wortes: Ihrem Aussehen, das die Blicke auf sich zieht – und ihrem Blick aus diesen Augen, in denen schon Visconti zu erkennen vermeinte, dass sie alles gesehen hätten.

So vieles ist über sie gesagt worden, dass es fast unmöglich scheint, nicht in Klischees zu verfallen in der Beschreibung dieses „Phänomens Charlotte Rampling“. Ich wollte, dass sie selbst zu Wort kommt. Schon bei unserer ersten Begegnung im Oktober 2007 bekräftigte sich meine Vermutung, dass es lohnender sein würde, ihr selbst zuzuhören, als ihr in den üblichen Reflexionen und Reminiszenzen alter Weggefährten nachzuspüren. Meine Einladung an sie, nicht Objekt, sondern – in jedem Sinne des Wortes – Subjekt des Films zu sein, hat ihr gefallen.

Nur so ist es – wie Charlotte Rampling selbst sagt – möglich, über die Projektion hinaus zu einer wahrhaftigen Innenansicht und einem Blick auf die kaleidoskopische Komplexität des Lebens selbst zu gelangen.

(Angelina Maccarone)

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